Produktinformation zum Kunststoffwindenseil Dyneema SK 75 Color

 

Konstruktion :

 

Das Kunststoffseil aus reinem Dyneema SK 75 besitzt hohe Abriebfestigkeit und sehr gute UV-Beständigkeit durch die Imprägnierung.

Das Seil ist ein geflochtener Schlauch. Es besteht aus einem 12er-Geflecht und erreicht dadurch eine sehr hohe Bruchfestigkeit von 2000 daN bei einem Seildurchmesser von 4,5 mm. Es lässt sich leicht spleißen.

Die Bruchdehnung ist geringer als die der Stahlseile dadurch empfindet man den Start härter.

 

Windenvoraussetzung:

 

Nach den Betriebstüchtigkeitsforderungen für Startwinden zum Starten von Segelflugzeugen und Motorseglern (BFST) wird nach Abs. 3022 eine Bruchlast des neuen Startwindenseils, einschließlich

der Zwischenglieder vom mindestens 1,5-fachen des Höchstgewichtes des zu startenden Flugzeuges gefordert. Nachdem die gebräuchlichen Stahlseile eine Bruchfestigkeit von ca. 1750 daN haben, das Kunststoffseil eine Bruchfestigkeit von 2000  daN aufweist, ist diese Forderung erfüllt.

Die Zwischenseile können sowohl aus Stahl als auch aus Kunststoff sein. Das 3m Vorseil muss der SBO entsprechen. Siehe auch Artikel „der adler“ November 2004 Seite 518 „Aus der Praxis für die Praxis im Segelflug-Startwindenbetrieb“.

Die Kunststoffseile sind bisher nur an Winden mit freiem Spulsystem erprobt. Wie sie sich verhalten im Betrieb mit einer Spulvorrichtung ist nicht bekannt.

 

Der Seileinlauf muss unbedingt glatt und ohne Riefen sein. Es empfiehlt sich, die leeren Trommeln auszuwuchten. Was sonst noch zu beachten ist kann in den Hinweisen für den Einsatz von Kunststoffseilen mit der EGGER EDW 400 Doppeltrommelwinde oder auf der Home Page

www. eggerwinde.de, nachgelesen werden.

 

Der Windenhersteller muss gem. BFST Abs. 6001 „Betriebsgrenzen“, diese neu definieren und die Betriebsanweisung der Winde entsprechend ändern, beziehungsweise ergänzen.

Die Fälligkeit der Nachprüfung ist auch hier festgelegt und ist unbedingt einzuhalten.

 

Anwendung:

 

Das Kunststoffseil ist einfach zu handhaben Sollte das Seil doch einmal reißen ist es leicht, sowohl als Längs- als auch als Augenspleiß zu spleißen. Da das Seil ja als Hohlkörper ausgebildet ist, werden nachdem die verschlissenen Teile herausgeschnitten sind die Seilenden ineinander gesteckt. Unter Last ziehen sie sich zusammen, die Enden verschwinden dabei im Seil.

Wie dabei vorzugehen ist kann der Spleißanleitung im Anhang entnommen werden.

 

Es zeigt sich jetzt schon, dass die Lebensdauer gegenüber den Stahlseilen erheblich länger sein wird.

Da weder Drallbildung noch Schlingenbildung auftreten ist der Verschleiß äußerst gering.

 

Es wurden auf einer Doppeltrommelwinde eine Saison Gemischtbetrieb (auf einer Seite Stahlseilbestückung auf der anderen Seite Kunststoffseilausrüstung) durchgeführt.

Die wechselnden Windenfahrer hatten nach kurzer Zeit der Gewöhnung keine Schwierigkeiten beim Schleppen.

Gewöhnungsbedürftig ist das Seilstraffen, (geringe Bodenreibung beim Kunststoffseil und geringere Masse) sowie die Beobachtung des Seildurchhangs und damit die Abstimmung der Schlepp-Geschwindigkeit.

Es empfiehlt sich dass, die Piloten die Schleppgeschwindigkeit anfangs über Funk durchgeben.

Beim Ausziehen konnte beobachtet werden, dass das Kunststoffseil kaum den Boden berührt und auch auf geschotterten Querwegen kaum Reibung und Verschleiß auftritt.

 

Als Seilfallschirme wurden die herkömmlichen großen Schirme mit Zwischen- und Vorseilen aus Stahl verwendet.

Durch das geringe anhängende Kunststoffseilgewicht war die Sinkgeschwindigkeit so gering, dass die Windenfahrer das Seil immer mit mehr Zeit unter Zug einziehen konnten.

Der später eingeführte eigens für den Seiltyp entwickelte kleine Fallschirm hatte den selben Effekt, aber den Vorteil des günstigen Preises.